Marsch für’n Arsch 2020

Samstag, 13. Juni 2020, 1010 Wien

“MARSCH FÜR DIE FAMILIE” DIE HÖLLE HEISS MACHEN!
++ Der Treffpunkt der Klerikalfaschist_innen ist um 14:00 am Stephansplatz ++

Obwohl die für den 13. Juni 2020 geplante Wiener Regenbogenparade abgesagt wurde, veranstalten die klerikalfaschistischen Fundis von der “Plattform Familie” ihren erbärmlichen “Marsch für die Familie”. Bewusst wählen sie dafür jedes Jahr wieder den Tag der Regenbogenparade, um gegen die Existenz von LGBTIQ+(Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Inter, Queer and more)-Personen und queer-feministische Forderungen zu protestieren. Mit Slogans wie beispielsweise “Ehe nur zwischen Mann und Frau”, “Kein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare” oder “Unantastbares Lebensrecht ab der Empfängnis” propagieren die Fundis einerseits ein traditionelles, heteronormatives und patriarchales Familienmodell. Andererseits werden die rechtliche Gleichstellung, Sichtbarkeit und Lebensweise(n) von LGBTIQ+-Menschen in den Dreck gezogen. Des Weiteren stellen die Fundis wichtige (queer-)feministische Errungenschaften wie die Fristenlösung (Straffreiheit bei Schwangerschaftsabbrüchen bis zum 3. Schwangerschaftsmonat) in Frage. Und das obwohl Feminist*innen bereits seit Jahrzehnten dafür kämpfen, Abtreibungen aus dem Strafrecht zu streichen und sich Lesben, Schwule, Trans- und Inter-Personen und Queers auch in Wien noch tagtäglich Diskriminierungen und Gewalt ausgesetzt sehen.  Beim “Marsch für die Familie” marschieren Rechtsextreme und erzkatholische Abtreibungsgegner*innen Hand in Hand auf: Federführend für die Veranstaltung sind Georg Immanuel Nagel, der vor allem durch seinen kläglich gescheiterten Versuch PEGIDA Österreich aufzubauen bekannt wurde und sich bis heute mit seinem Verein “Okzident” nicht zu schade ist, jeglichen Anlass für seine Veranstaltungen, die nur so von rechtsextremen und rassistischen Publikum strotzt, zu nutzen sowie Alfons Adam, der als zentrale Figur in der Anti-Abtreibungsszene und mit seinem Verein “Pro Vita” als offizieller Veranstaler gilt. Ansonsten sind auf ihrer Veranstaltung jedes Jahr noch anderen bekannte antifeministische, homophobe und rechtsextreme Gruppierungen und Einzelpersonen wie der “Wiener Akademikerbund”, “HLI Österreich”,  “Liga für Sozialhygiene”, Ursula Stenzel, Markus Franz uvm. anwesend (weitere Infos auf fida-blog.info). 

Es kotzt uns an, dass bisher Erkämpftes permanent weltweit verteidigt werden muss, statt dass gesellschaftliche emanzipatorische Kämpfe vorangetrieben werden können. Wir fordern eine Gesellschaft, in der jede*r frei über ihren*seinen Körper bestimmen und selbstbestimmt leben kann.

Es werden am Samstag, 13.6. mehrere Kundgebungen in der Inneren Stadt von unterschiedlichhen Gruppen gemeinsam bespielt. Von Infotischen bis zu Workshops wird euch unterschiedliches Programm erwarten. Stay tuned! #MarschFürnArsch #NoFundis

MY BODY – MY CHOICE!
SMASH THE CIS-TEM!
ZERSTÖRT DAS PATRIARCHAT – IMMER UND ÜBERALL!
FIGHT HETERONORMATIVITY!

Feminist-As-Hell-Aktionstage

Nach längerer Sendepause melden wir uns wieder mal zurück!

Anlässlich des Internationalen Tages für Frauengesundheit am 28. Mai und Pfingsten als christliches Hochfest, startet das Feminist As Hell Bündnis, ein Zusammenschluss verschiedener Pro Choice Gruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Aktionstage unter dem Motto „Abortion in Crisis – Schwangerschaftsabbruch in der Krise“.

Im Zuge der Aktionstage vom 28. Mai bis 1. Juni 2020 machen wir auf die schwierige Situation ungewollt schwangerer Menschen aufmerksam. Denn trotz jahrelanger Kämpfe wird die Versorgungslage immer schlechter. Mit verantwortlich dafür sind Konservative, (extrem) Rechte oder auch christlich-fundamentalistische Akteur*innen, die sich gegen das Recht auf sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch stellen. Auch diese nimmt das Bündnis im Zuge der Aktionstage in den Fokus. Denn antifeministische Narrative und Ideologien radikaler Abtreibungsgegner*innen haben in diesen Tagen Hochkonjunktur und dürfen nicht unwidersprochen bleiben.
München hat bereits den Auftakt zu den Aktionstagen getätigt und zehn Narrative der Fundis zusammengestellt.
Recherchen der letzten Jahre zu Akteur*innen rund um den LGBTIQ-feindlichen “Marsch für die Familie” und den “Marsch fürs Leben” der Abtreibungsgegner*innen findet ihr auf unserem Blog.

Was Euch die nächsten Tage noch erwartet:
– Eine spannende Panel-Diskussion mit Pro Choice Aktivist*innen
– Noch mehr lokale Aktionen
– Neue Recherchen zu Fundis
– Neue Hintergrundartikel
– Und vieles mehr!

Werf dafür einen Blick auf die Seiten der Gruppen des Feminist as Hell Bündnises oder auf Social Media unter #FeministAsHell und #AbortionInCrisis
Pro Choice Sachsen & e*vibes Dresden
What the fuck! Berlin
Pro Choice Passau (Facebook-Seite)
Rosa Antifa Wien
Pro Choice Salzburg & Infoladen Salzburg
Antisexistische Aktion München
– fida – Feministische Informations- & Dokumentations-Arbeit

Call for Contribution: Rechtsextremismus, Klima und Geschlecht

Liebe Feminist*innen,

kein Thema hat die (partei-)politische, mediale sowie gesellschaftliche Landschaft in den letzten Monaten in Österreich, aber auch in anderen Teilen Europas, so sehr vereinnahmt wie die Klimakrise. Beispielhaft dafür stand der Nationalratswahlkampf 2019, in dem die „Klimadebatte“ zum zentralen Thema wurde und in Parteiprogrammen fernab der Grünen Erwähnung fand. ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz schaffte es mit dem Slogan „Klima und Grenzen schützen“, die Klima-Thematik völkisch einzufärben und gleichzeitig in der neuen Regierungskoalition die Zustimmung der Grünen zu allerhand rassistischer Gesetzesnovellen zu bekommen. Neben dem parteipolitischen Parkett entstand weltweit eine von jugendlichen Frauen* angeführte Protestbewegung, die eine starke Klimapolitik fordert, um die globale Erderwärmung zu stoppen. Angesichts dessen hat FIDA eine neue Textreihe zum Thema “Rechtsextreminismus, Klima und Geschlecht” gestartet, der erste Text dazu ist bereits online (und hier zum Lesen bereit). Doch wir wollen auch euch dazu aufrufen, euch zu beteiligen. Schickt uns eure Texte zu diesem Themenbereich, je kreativer, desto besser!

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Textreihe zu “Rechter Ökologie”. Teil 1: Einführung

Klimapolitische und ökologische Debatten treten aktuell stark in den Vordergrund: realpolitisch, also Umweltschutz und Ökologie in den Parteiprogrammen, und gesellschaftlich, wie die diversen globalen Proteste und Protestbewegungen zeigen. Daher startet fida eine Textreihe zu Ökologie & Rechtsextremismus, die jene Thematik aus einer feministischen Perspektive betrachtet und behandelt. Der erste Teil der Reihe beschäftigt sich überblickshaft mit einer Einführung und Annäherung zum Thema – was bedeutet Ökologie im Zusammenhang mit rechtsextremen Ideologien, und was steckt dahinter?

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Recherchebericht zum “Marsch fürs Leben” 2019

Am 12. Oktober 2019 wurde am frühen Nachmittag am Wiener Stephansplatz der alljährlich stattfindende christlich-fundamentalistische „Marsch fürs Leben“ abgehalten. Vor dem eigentlichen Demonstrationszug hielt Weihbischof Stephan Turnovszky unter dem Titel „Heilige Messe für das ungeborene Leben“ im Stephansdom eine katholische Messe ab. Anders als noch vor zwei Jahren (fida berichtete) konnten die Abtreibungsgegner*innen dieses Jahr mit 1600 Teilnehmer*innen schon zum zweiten Mal in Folge deutlich mehr Menschen für ihre sexistischen Forderungen auf die Straße bringen. Neben der verstärkten Mobilisierung zu ihren Märschen waren die Abtreibungsgegner*innen auch medial stärker präsent. Schwangerschaftsabbrüche, insbesondere Spätabbrüche, mutierten zwischen Winter 2018 bis Frühjahr 2019 zum Dauerthema in der österreichischen Medienlandschaft, wofür zum einen die Bürgerinitiative #fairändern (fida berichtete), die sich für eine Verschärfung der derzeit in Österreich herrschenden Fristenregelung einsetzt, verantwortlich war. Zum anderen dürfte die im Mai 2019 abgewählte rechtskonservative und rechtsextreme schwarz-blaue Regierung, die in ihrem Regierungsplan ebenso eine Verschärfung der derzeitigen rechtlichen Lage von Schwangerschaftsabbrüchen plante, einen zusätzlichen Nährboden für Debatten über die Legitimität von Schwangerschaftsabbrüchen geschaffen haben.

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Feministisch vernetzt!

Wir wollen einen Beitrag der genderfrequenz vom Radio Helsinki mit euch teilen:

Welche Möglichkeiten gibt es, um sich feministisch (online) zu vernetzen?

Die genderfrequenz geht in ihrer neuen Ausgabe dieser Frage nach und stellt euch drei feministische Blogprojekte vor:

Vernetzung für junge Wissenschaftler*innen der Frauen- und Geschlechtergeschichte will der Verein fernetzt– mit „F“ wie „Feminismus – erreichen. 2011 wurde die Organisation von Masterstudierenden und Dissertant*innen an der Universität Wien gegründet. Seit 2015 betreibt „fernetzt“ einen Blog, um die Sichtbarkeit und Vernetzung der Frauen- und Geschlechtergeschichte zu erhöhen. Wir haben mit fernetzt-Redaktionsmitglied Elisabeth Berger über „fernetzt“ und darüber gesprochen, ob bzw. wie es dadurch möglich ist, patriarchale Strukturen aufzubrechen.

Außerdem hört ihr in Statements vom feministische Blog fida mit Schwerpunkt auf Recherche zu Rechtsextremismus und Antifeminismus und der Online-Informationsplattform EMRAWI(emanzipatorisch, radikal und widerständig), warum feministische Vernetzung für sie wichtig ist.

Auch in der Vokabelminute wird eine Form der feministischen Organisierung aufgegriffen: Fantifa. (Quelle und Buchtipp dazu: „Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik“, hg. vom Herausgeber*innenkollektiv, erschienen 2013 bei edition assemblage.)

Und Kaya wird euch in ihrer Kolumne wieder eine neue Geschichte erzählen.

Dazu gibt es wieder eine super Musikauswahl – also hört rein, vernetzt euch mit uns.

Hier gehts zur Sendung: https://cba.fro.at/427550

Recherche zu gloria.tv

Der folgende Rechercheartikel beschäftigt sich mit der katholisch-fundamentalistischen Internetplattform gloria.tv. Ein paar Beispiele sollen nun dazu dienen zu veranschaulichen, dass es sich im Denken der verantwortlichen Personen rund um gloria.tv um eine rechtsextreme, erz-konservative und menschenverachtende Ideologie handelt.

2013 kam es aufgrund des Verdachtes von nationalsozialistischer Wiederbetätigung sowie Verhetzung von Seiten der fundamentalistisch-rechtsextremen Website kreuz.net (bzw. mittlerweile kreuz-net.at, hauptverantwortlich dafür ist Arnold von Grünstein) und gloria.tv zu Hausdurchsuchungen in Wien und Grieskirchen (Oberösterreich) [1]. Konkret wurden dabei zwei Wohnungen von Priestern durchsucht, ebenso wie das inoffizielle Büro von gloria.tv in der Großen Sperlgasse, wo sich auch der Sitz von Human Life International befindet. Die Verdächtigen kamen mit Strafanzeigen davon.

Erst im September 2018 brachte der ehemalige Grünen-Abgeordnete Karl Öllinger eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft ein, bei der geprüft werden soll, inwiefern die Aktivitäten von gloria.tv unter den Verhetzungsparagrafen fallen und außerdem, wie weit Verbindungen zwischen gloria.tv und kreuz.net bestehen [3]. Ausschlaggebend dafür war anscheinend ein Video von gloria.tv, in welchem sexualisierter Missbrauch und Gewalt an Kindern und Jugendlichen innerhalb der katholischen Kirche komplett bagatellisiert werden und weiters die Schuld in der vermeintlichen Homosexualität der Täter ihren Ursprung findet [3].

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Call for Contibution: Ein Jahr schwarz-blau aus feministischer Perspektive

Liebe Feminist_innen,

es ist wieder einmal so weit: Wir rufen euch auf, zum Schreibwerkzeug eurer Wahl zu greifen und eure Gedanken auf “Papier” zu bringen! Im Dezember 2017 wurde die schwarz-blaue Regierung angelobt. Vieles hat sich im vergangenen Jahr verändert, an vieles haben wir uns bereits gewöhnt. Zur Erinnerung: Der 12-Stunden-Tag wurde eingeführt, der Sozialabbau ist in vollem Gange, feministischen Projekten wurden Gelder gestrichen, während Burschenschaften Förderungen erhielten. Was bedeutet diese Regierung für feministische Arbeit? Welche Kritik lässt sich aus feministischer Perspektive formulieren? Und wie können wir als Feminist_innen dagegen ankämpfen?
Da es sich bei FIDA um einen online Blog und kein wissenschaftliches oder elitäres Projekt handelt, stellen wir einen solchen Anspruch auch nicht an die Texte, die veröffentlicht werden. Ebenso werden alle Texte anonym auf dem Blog veröffentlicht. Falls ihr noch mehr über FIDA erfahren wollt, besucht doch ganz einfach unseren Blog unter fida-blog.info, unter dem Punkt Selbstverständnis findet ihr auch noch mehr Infos zu den Postionen und Schwerpunkten von FIDA. Eingereicht werden können Texte per E-Mail an fida@riseup.net.

Let‘s start writing FEMINISM

#fairändern

Eine Kampagne für die Abschaffung des legalen Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen

Seit April 2018 gibt es eine neue Bürger*inneninitiative der christlich-fundamentalistischen Szene in Österreich um – wiedereinmal – die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen zu kriminalisieren. Unter dem Titel „#fairändern – Willkommen Zukunft! – Für ein kinder- und familienfreundliches Österreich” werden dabei klassische Forderungen aus dem Anti-Choice-Milieu gestellt, wie z.B. die Einführung von verpflichtenden Bedenkzeiten vor einem Schwangerschaftsabbruch, eine „Hinweispflicht“ für Ärzt*innen auf „Unterstützungs- und Beratungsangebote für schwangere Frauen“ und eine „Informationskampagne über Adoption/Pflege als Alternative“.

#fairändern geht dabei deutlich geschickter vor als frühere Kampagnen der christlichen FundamentalistInnen. Anstatt lauthals „Abtreibung ist Mord“ zu rufen und vor Kliniken Schwangere zu terrorisieren, wie das HLI und Co. machen, versucht #fairändern mittels einer medienwirksamen Kampagne und einer Petition Aufmerksamkeit für ihre Forderungen zu generieren. Die schwarz-blaue Koalition sehen sie als ihre beste Chance, Schwangerschaftsabbrüche so unzugänglich wie möglich zu machen. So schreiben sie auf Facebook: „Die politische Lage für eine positive Veränderung im Lebensschutz war seit Einführung der Abtreibung 1975 noch nie so gut wie jetzt. Um aber Konkretes bewirken zu können, bedarf es einer öffentlichen Awareness.“ Um ihre Positionen einem breiteren Publikum näher zu bringen, verknüpft die Initiative ihre Infragestellung der Legitimität von Abtreibungen konsequent mit ethischen Fragen, welche die Pränataldiagnostik aufwirft. Dabei folgt #fairändern einer Taktik, die vor allem die christlich-fundamentalistische Anti-Choice-Organisation „Jugend für das Leben (JfdL)“ seit mehreren Jahren verwendet. Generelle Forderungen nach einem Abtreibungsverbot werden durch eine starke Fokussierung auf das Lebensrecht von Menschen mit Behinderungen verschleiert. Dabei fragen die christlichen FundamentalistInnen nicht nach den Gründen und Ursachen einer behindertenfeindlichen Gesellschaft, sondern geben die Schuld den Gebährenden. Für die enge Kooperation zwischen #fairändern und „Jugend für das Leben“ spricht auch der gemeinsame Vereinssitz in Wien in der Beatrixgasse 14a, an dem auch das christlich-fundamentalistische Magazin „Vision 2000“ seinen Redaktionssitz hat. Auch die von der JfdL mitorganisierte Anti-Abtreibungsdemonstration „Marsch fürs Leben“ führt auf der zugehörigen Homepage diese Adresse als Postadresse an. Continue reading “#fairändern”