Kategorie: Aktion

Schwangerschaftsabbruch #FAIRteidigen!

Am 12. Oktober findet im Novum Wien-Hauptbahnhof die Podiumsdiskussion „Abtreibung #FAIRändern” statt. Die Namensgebung der „Bürgerinitiative“ #FAIRändern lässt zunächst nicht darauf schließen, dass es sich dabei eigentlich um Abtreibungsgegner_innen handelt, die neben offiziellen Statistiken zu Schwangerschaftsabbrüchen oder einer „Hinweispflicht des Arztes“ auf „psychosoziales Beratungsangebot“ vor allem eine „Bedenkzeit“ gleich der Gesetzgebung in Deutschland fordert (siehe: https://fairändern.at/). Diese Forderungen haben also einen Rückschritt der Errungenschaften rund um Schwangerschaftsabbrüche in Österreich zum Ziel, was gleichzeitig stets die Einschränkung bzw. Aufhebung der Selbstbestimmung von (potentiell) schwangeren Personen bedeutet.

In diesem Sinne: seid eingeladen, diese Podiumsdiskussion zu besuchen, um kreativ eure Meinung kundzutun!

„Abtreibung #FAIRändern“
(mit: Petra Plonner, Stv. Vorsitzende fairändern.at; Renate Mitterhuber, Hebamme; Martin Langer, Gynäkologe; Moderation: Doris Helmberger, furche.at )
12. Oktober, 19:00
Novum Wien-Hauptbahnhof, Karl-Popper-Straße 16, 1100 Wien

Fundis ihr könnt uns 1000mal kreuzweise! My body, my choice, mi cuerpo es mio, son corps, son choix,….

Aktion einer Gruppe von Feminist*innen beim Haus der “Aktion Leben” in Wien.

Haus der "Aktion Leben" in WienHaus der "Aktion Leben" in Wien

In Österreich trat die sogenannte Fristenlösung nach langen Kämpfen der zweiten Frauen*bewegung in Kraft, laut dieser Regelung können ungewollt Schwangere in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten einen Abbruch durführen lassen. Die Fristenlösung besagt, dass Schwangerschaftsabbrüche straffrei, aber nicht legal sind! Ärzte_Ärztinnen können sich jedoch aus “Gewissensgründen” weigern einen Abbruch durchzuführen.
Obwohl zahlreiche internationale Sexual and Reproduktive Health Rights, Free and safe acess to legal abortion fordern, wurden in den 1990er-unter zunehmenden politischen Einfluss der katholischen Kirche in Polen Abtreibungen verboten.
Österreich erlebt gerade ebenfalls jetzt einen rechts-konservativen Backlash! Auch 2018 muss dass Recht auf Abtreibung weltweit weiterhin erkämpft werden. Beispielsweise vor kurzem in Irland.

Feministische Störaktion vor der polnischen Botschaft in Wien

Als Reaktion auf die geplanten massiven Verschärfungen des Abtreibungsrechts in Polen kam es im Oktober 2016 vor der polnischen Botschaft zu einer Protestaktion. Autonome Feminist*innen brachten dabei am Zaun der Botschaft ein Transparent an, um sich mit den Befürworter*innen und Aktivist*innen des CzarnyProtest (Schwarzer Protest), die zuvor zu tausenden auf den polnischen Straßen demonstrierten, zu solidarisieren.

Ultrakonservative Abtreibungsgegner*innen brachten unter dem Titel Stop Aborcji! (Stoppt Abtreibungen) im September 2016 einen durch hunderttausende Unterschriften unterstützten Gesetzesentwurf, der de facto ein Abtreibungsverbot vorsah, ins polnische Parlament ein. Abtreibungen sollten demnach nur mehr dann legal durchführbar sein, wenn das Leben der Mutter unmittelbar in Gefahr ist. Der Gesetzesentwurf ist nicht zuletzt deshalb als völlig illegitim und absurd zu bewerten, da das polnische Abtreibungsrecht ohnehin zu einem der restriktivsten in Europas zählt. Schwangerschaftsabbrüche sind aktuell in Polen nur dann legal, wenn entweder eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der schwangeren Person oder Hinweise auf eine schwere unheilbare Erkrankung des Fötus vorliegt bzw. in Fällen von Vergewaltigung und Inzest. Des Weiteren sah der neue Gesetzesentwurf bei der Durchführung einer illegalisierten Abtreibung eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren für die*den behandelnde*n Ärztin*Arzt sowie die schwangere Person vor. Continue reading “Feministische Störaktion vor der polnischen Botschaft in Wien”