Kategorie: theorie & texte

“Pro Choice is ois!” Borschüre zum Download

Hier findet ihr die Broschüre „Pro Choice is ois!“ vom Infoladen Salzburg als pdf zum Download:

 

 

 

 

 

Als Vorgeschmack könnt ihr hier das Vorwort lesen: Continue reading ““Pro Choice is ois!” Borschüre zum Download”

Solidarität ist eine Waffe! Nutzen wir sie!

Redebeitrag der Queer Base zum Regenbogenmarsch #chechnya100:

Liebe solidarische Liebende!

Wie immer stellt sich in solchen Momenten die Frage mit welcher Sprache das Schreckliche begreifbar wird, mit welchen Worten es uns möglich ist unsere Finger auf den wunden Punkt zu legen. Continue reading “Solidarität ist eine Waffe! Nutzen wir sie!”

Der antifeministische Kampf von Männerrechtlern im Internet

erschienen in Unique 11/16
Von Judith Goetz

Seit geraumer Zeit haben Männerrechtler dem Feminismus auch – oder besser gesagt vor allem – im Internet den Kampf angesagt. „Femokratie-Blog“, „MANNdat.de“, „Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land?“ oder „WikiMANNia“ sind nur einige Beispiele jener deutschsprachigen Internetseiten und Blogs, auf denen seit geraumer Zeit gegen Feministinnen, Gleichstellungspolitiken und vermeintlichen Gender-Wahn gewettert wird.

Die wahren Ziele der Männerrechtler

Die antifeministische Männerrechtsbewegung entstand im deutschsprachigen Raum in den 1970ern Jahren des vergangenen Jahrhunderts und verfolgt aktuell vor allem zwei Ziele: Einerseits wollen Anhänger dieser Gruppierungen auf die ‚eigentlichen‘ Benachteiligten in dieser Gesellschaft, nämlich Burschen und Männer, hinweisen und andererseits den Einfluss einer imaginierten feministischen Vorherrschaft zurückdrängen. So ist beispielsweise auf dem Blog „Wieviel Gleichberechtigung braucht das Land“ über „Das wahre Ziel des Feminismus“ zu lesen, dass in der „modernen westlichen Gesellschaft […] Feminismus Teil der herrschenden staatlichen (genau gesagt, überstaatlichen, grenzüberschreitenden, d. h. globalen) Ideologie“ sei und durch „Schule, Universitäten und Massenmedien aufgezwungen“1 werde. Die Protagonisten der Männerrechtsbewegung inszenieren sich dabei als Opfer nahezu jeder Lebenslage, vom Bildungs- und Gesundheitswesen über den Arbeitsmarkt oder Staatsdienst bis hin zum Scheidungsrecht. Eine besondere Rolle kommt dabei den Medien zu, die Burschen und Männern als die eigentlich Benachteiligten und Opfer dieser Gesellschaft keine Aufmerksamkeit zukommen lassen würden. So haben auch Männerrechtler begriffen, dass der Hinweis auf Benachteiligung sowie das Einfordern von Rechten ein potentiell sehr wirkungsmächtiger Diskurs ist, mit dem sich Aufsehen erregen lässt. In diesem Opferdiskurs arbeiten Männerrechtler nicht selten mit vermeintlichen Tabubrüchen und Diskursen, die sich gegen politische Korrektheit (PC) richten und versuchen, dadurch Aufmerksamkeit zu erhaschen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es sich bei den meisten inszenierten Tabubrüchen in der Regel gar nicht um solche handelt, da gerade Sexismus, Rassismus oder Homophobie in dieser Gesellschaft keine Tabus im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr tief und fest in der Mitte der Gesellschaft verankert sind. So wird beispielsweise auch versucht, fortschrittliche Forderungen und Errungenschaften für Frauen als vermeintlich ‚politisch korrekten‘ Schwachsinn abzutun und gleichzeitig frauenfeindliches Gedankengut zu normalisieren. Continue reading “Der antifeministische Kampf von Männerrechtlern im Internet”

Aufruf zu Beiträgen zum Thema ANTIFEMINISMUS/Call for Contribution

Liebe alle

wie ihr wahrscheinlich alle wisst, wurde vor ein paar Wochen der neue (queer-)feministische Blog namens FIDA – feministische Informations- und Dokumentationsarbeit ins Leben gerufen. Da aller Voraussicht nach im Juni, zeitgleich mit der Regenbogenparade, wieder der alljährliche klerikalfaschistische und antifeministische „Marsch für die Familie“ in Wien stattfinden wird, sollen in den nächsten Wochen schwerpunktmäßig Texte zum Thema Antifeminismus auf dem FIDA-Blog veröffentlicht werden. Da wir finden, dass den wieder stärker im kommenden antifeministischen, LGBTIQ-feindlichen sowie misogynen Positionen entschieden entgegengesetzt werden muss, würden wir uns über jegliche Texte, die sich kritisch mit antifeministischen Strömungen, Positionen oder Gruppen auseinandersetzen, freuen. Da es sich bei FIDA um einen online Blog und kein wissenschaftliches oder elitäres Projekt handelt, stellen wir einen solchen Anspruch auch nicht an die Texte, die veröffentlicht werden. Ebenso werden alle Texte anonym auf dem Blog veröffentlicht. Falls ihr noch mehr über FIDA erfahren wollt, besucht doch ganz einfach unseren Blog, unter dem Punkt Selbstverständnis findet ihr auch noch mehr Infos zu den Postionen und Schwerpunkten von FIDA. Eingereicht werden können Texte per E-Mail an fida@riseup.net

Let‘s start writing FEMINISM

FIDA

Der Tod des Märchenprinzen – Kritische Männlich*keiten von den 1980ern bis Heute

Radiobeitrag aus der Sendereihe Frauen*kampftag 2017 zu hören auf Radio Helsinki

Andrea, Jay, Julian, Marlies und Sarah sprechen über das feministische Kultbuch der 1980er Jahre „Der Tod des Märchenprinzen“ von Svende Merian, über patriarchale Strukturen in (Liebes-)Beziehungen, über das Private ist politisch, über Feminismen und warum es heute immer noch aktuell ist.

Musik:
Ina Deter – Neue Männer braucht das Land
Bettina Wegner – Immer wieder eine Lanze werfen
Sookee – Einige meiner besten Freunde sind Männer

Take Back The Streets – Jeden Tag 8. März!

* Facebook-Seite: Take Back The Streets – Jeden Tag 8. März
* Demo: Demo – Take Back The Streets – Jeden Tag 8. März
* Workshop: “bike basics”
* Workshop: “Und wann hattest du dein heterosexuelles Comingout?”
* Workshop: “Grrrl* Gangs against Streetharassment”
* Workshop: “We Don’t Have To Be Heroes: Radical Self Care Workshop”

— English version below —

Wir sind eine Gruppe, die dieses Jahr eine Demo zum 8. März organisiert. Uns ist es wichtig, für alle Menschen Raum zu schaffen, die von Sexismus und Patriarchat betroffen sind. Außerdem wollen wir, dass andere Unterdrückungs- und Machtverhältnisse thematisiert werden, vor allem deren Überschneidungen.

Der 8. März ist bekannt als der Internationale Frauenkampftag. Wir wollen diesen Gedanken ahufnehmen und ausdrücklich auf alle Frauen beziehen, trans, nicht-binär wie cis. Wir wollen auch andere Menschen die patriarchale Unterdrückung erfahren unterstützen und ihnen eine Plattform geben. Zum Beispiel Leuten deren Geschlecht weder männlich noch weiblich ist, trans Männern oder intergeschlechtlichen Menschen. Alle diese Personen sind auf der Demo willkommen. Einzig wer cis Mann und zugleich nicht inter* ist, soll uns bitte auf andere Arten unterstützen. Continue reading “Take Back The Streets – Jeden Tag 8. März!”

Mobilisierung der autonomen antifa [w] zum Frauen*kampftag

* Website: m8vienna.noblogs.org
* Podiumsdiskussion: “Zum Stand feministischer Kämpfe”
* Demo: Vorabenddemo der autonomen antifa [w] zum Frauen*kampftag 2017

Kampagnentext der autonomen antifa [w]:

Der folgende Text soll die Positionen der autonomen antifa [w] zum Verhältnis von Geschlecht und Kapitalismus, zur Wandlung der Geschlechterverhältnisse sowie zur Krise der sozialen Reproduktion und abschließend zur Ausrichtung feministischer Strömungen im deutschsprachigen Raum darlegen. Der Text ist in vier Kapitel unterteilt: Erstens ein kurzer historischer Abriss des Verhältnisses von Geschlecht und Kapitalismus und der Geschichte des 8. März. Zweitens ein Blick auf Geschlechterverhältnisse im globalen Norden im Hier und Jetzt. Drittens eine Kritik identitätspolitisch-verkürzter feministischer Strömungen, verbunden mit viertens, dem Versuch, unseren Ansatz einer materialistisch-feministischen Gesellschaftskritik zu formulieren.

Zu all diesen Themen ließe sich mehr als ein Buch schreiben, was – mal besser mal schlechter – auch bereits passierte. Klar ist, dass wir mit diesem Papier weder eine vollständige kritische Auseinandersetzung mit dem 8. März als Frauen*(kampf)tag, noch mit der Geschichte und Gegenwart des Feminismus allgemein oder mit dem Verhältnis von Patriarchat und Kapitalismus liefern können oder wollen. Vielmehr ist dieser Text ein Versuch, anhand von Argumenten zu zeigen, warum unser Feminismus untrennbar mit antikapitalistischer Gesellschaftskritik, mit einer Kritik, der es ums Ganze geht, verbunden ist. Diese Position fehlt uns oft – generell und in der Linken, weswegen wir ihr mit unseren Aktionen rund um den 8. März 2017 mehr Gehör, Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit verschaffen und eine neue Debatte in Gang setzen wollen. Continue reading “Mobilisierung der autonomen antifa [w] zum Frauen*kampftag”

Feministische Störaktion vor der polnischen Botschaft in Wien

Als Reaktion auf die geplanten massiven Verschärfungen des Abtreibungsrechts in Polen kam es im Oktober 2016 vor der polnischen Botschaft zu einer Protestaktion. Autonome Feminist*innen brachten dabei am Zaun der Botschaft ein Transparent an, um sich mit den Befürworter*innen und Aktivist*innen des CzarnyProtest (Schwarzer Protest), die zuvor zu tausenden auf den polnischen Straßen demonstrierten, zu solidarisieren.

Ultrakonservative Abtreibungsgegner*innen brachten unter dem Titel Stop Aborcji! (Stoppt Abtreibungen) im September 2016 einen durch hunderttausende Unterschriften unterstützten Gesetzesentwurf, der de facto ein Abtreibungsverbot vorsah, ins polnische Parlament ein. Abtreibungen sollten demnach nur mehr dann legal durchführbar sein, wenn das Leben der Mutter unmittelbar in Gefahr ist. Der Gesetzesentwurf ist nicht zuletzt deshalb als völlig illegitim und absurd zu bewerten, da das polnische Abtreibungsrecht ohnehin zu einem der restriktivsten in Europas zählt. Schwangerschaftsabbrüche sind aktuell in Polen nur dann legal, wenn entweder eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der schwangeren Person oder Hinweise auf eine schwere unheilbare Erkrankung des Fötus vorliegt bzw. in Fällen von Vergewaltigung und Inzest. Des Weiteren sah der neue Gesetzesentwurf bei der Durchführung einer illegalisierten Abtreibung eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren für die*den behandelnde*n Ärztin*Arzt sowie die schwangere Person vor. Continue reading “Feministische Störaktion vor der polnischen Botschaft in Wien”

Marsch für die Familie zum Teufel jagen!

Am 18. Juni 2016 veranstaltet die „Plattform Familie“, wie auch die letzten Jahre gegen die Regenbogenparade den „Marsch für die Familie“ in der Wiener Innenstadt. Mit Forderungen wie beispielsweise „unantastbares Lebensrecht ab der Empfängnis“, „gegen den Gender-Wahn“ oder „Ehe nur zwischen Mann und Frau“ versuchen Fundamentalist_innen zusammen mit klerikalen Faschist_innen ein traditionalistisches, heterosexistisches, frauen*feindliches und völkisch-nationalistisches Familien- sowie Gesellschaftsmodell zu propagieren. Die „Plattform Familie“ verfolgt mit dieser Veranstaltung das Ziel (queer-)feministische Forderungen sowie Errungenschaften, wie das Recht auf Abtreibung, rechtliche Gleichstellung von L*G*B*T*I*Q*-Personen, sowie das Aufbrechen binärer Geschlechtersysteme und Begehrensstrukturen zu delegitimieren, um einen nationalistischen, patriarchalen Machterhalt zu sichern.

Die „Plattform Familie“ fungiert nicht nur als Sammelbecken „alt bekannter“ christlich-fundamentaler Gruppierungen, wie dem Verein „PRO VITA“ und anderen rabiaten Abtreibungsgegner_innen, sondern reicht darüber hinaus. Geeint durch L*G*B*T*I*Q*- und frauen*feindliche Ansichten marschieren unter anderem Ex-Pegida Sprecher Nagel, Marcus Franz (inzwischen EX-ÖVP Abgeordneter) und Ursula Stenzel (FPÖ) mit der faschistischen “Wiedenska Inicjatywa Narodowa”(WIN, Wiener Nationale Initiative) und vielen mehr auf. Den “Marsch für die Familie” als Ansammlung von harmlosen “Durchgeknallten” abzutun ist fatal, denn sie stellen einen Teil eines breiten Anti-Feministischen Backlashes dar. Continue reading “Marsch für die Familie zum Teufel jagen!”

Roosh V, ‚Pick-Up Artists‘ und Gewalt gegen Frauen*

Zum 6. Februar 2016 hatte Daryush Valizadeh, der sich selbst als Roosh V bezeichnet, in 43 Ländern in 106 Städten zu Treffen für heterosexuelle Männer[1] aufgerufen. Ziel dieser ‚men’s only happy hour‘ sollte es sein, dass sich regelmäßige Vernetzungstreffen für ‚gleichgesinnte‘ Männer etablieren.

Daryush Valizadehs Anhänger feiern die von diesem ‚entwickelten‘ Strategien, um Frauen* zum Sex zu bewegen – dazu gehört der gezielte Einsatz von Alkohol und/oder psychischer wie körperlicher Gewalt. Auch in Österreich, nämlich in Graz und Wien, waren Treffen dieser potenziell gefährlichen Männer angekündigt worden. Treffpunkt in Wien war um 20 Uhr bei den Treppen vor dem MUMOK im Museumsquartier. Mit Hilfe der Frage „Do you know, where the next pet shop is?“ und der Antwort „Yes, it’s right here“ hätten sich die Männer untereinander erkennen sollen, um dann gemeinsam zu einem nicht bekannten Veranstaltungsort weiterzugehen, wo ‚Männer Männer sein können‘. Continue reading “Roosh V, ‚Pick-Up Artists‘ und Gewalt gegen Frauen*”