Schlagwort: Abtreibung

Fundis ihr könnt uns 1000mal kreuzweise! My body, my choice, mi cuerpo es mio, son corps, son choix,….

Aktion einer Gruppe von Feminist*innen beim Haus der “Aktion Leben” in Wien.

Haus der "Aktion Leben" in WienHaus der "Aktion Leben" in Wien

In Österreich trat die sogenannte Fristenlösung nach langen Kämpfen der zweiten Frauen*bewegung in Kraft, laut dieser Regelung können ungewollt Schwangere in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten einen Abbruch durführen lassen. Die Fristenlösung besagt, dass Schwangerschaftsabbrüche straffrei, aber nicht legal sind! Ärzte_Ärztinnen können sich jedoch aus “Gewissensgründen” weigern einen Abbruch durchzuführen.
Obwohl zahlreiche internationale Sexual and Reproduktive Health Rights, Free and safe acess to legal abortion fordern, wurden in den 1990er-unter zunehmenden politischen Einfluss der katholischen Kirche in Polen Abtreibungen verboten.
Österreich erlebt gerade ebenfalls jetzt einen rechts-konservativen Backlash! Auch 2018 muss dass Recht auf Abtreibung weltweit weiterhin erkämpft werden. Beispielsweise vor kurzem in Irland.

Pro Life – Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch

Hiermit möchten wir euch auf den Dokumentarfilm “Pro Life – Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch” von Alexandra Jousset und Andrea Rawlins-Gaston aufmerksam machen, der sich mit dem Thema der in den letzten Jahren in ganz Europa erstarkenden “Pro-Life-Bewegung” auseinandersetzt. Dabei lässt die Doku einerseits Betroffene zu Wort kommen, die von ihrem harten Weg zu einer legalen Abteibung berichten und zeigt andererseits auf, zu welch wahnwitzigen und übergriffigen Maßnahmen Abtreibungsgegner*innen mittlerweile greifen, um ihre Propaganda zu verbreiten. Ebenso versuchen die Regisseur*innen in ihrer Doku die internationale Vernetzung der christlich-fundamentalistischen “Lebenschützer” sichtbar zu machen, die bereits auf instituationeller Ebene maßgeblichen Einfluss erlangt haben.

Die Doku ist noch bis zum 04.05.2018 unter folgendem Link zum Streamen verfügbar Pro Life – Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch

PRO CHOICE IS OIS! AUFRUF ZUR DEMO GEGEN DEN 1.000 KREUZE MARSCH AM DI, 25. JULI 2017

Wann? 25. Juli 2017
Wo? Salzburg


So sicher wie das Amen im Gebet: Pro Choice is ois!


2008 gab es erstmals (pro-)feministische Proteste gegen den ersten „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg. Dabei standen Pro-Choice-Aktivist_innen christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen gegenüber. Zweitere propagieren ein sexistisches, rassistisches, transphobes und homophobes Weltbild. Frauen* ordnen sie einzig die Rolle einer Mutter zu und Abtreibung wird mit Mord gleichgesetzt. Pro-Choice (englisch „für die Wahlfreiheit“) steht hingegen für das sehr einfache und einleuchtende Prinzip, dass gebärfähige Menschen, das heißt Frauen*, Lesben, Inter- oder Trans-Menschen (kurz: FLIT), sehr gut selbst entscheiden können und sollen, ob, wann und wieviele Kinder sie bekommen möchten. Dazu gehört selbstverständlich auch das Recht auf einen frei zugänglichen Schwangerschaftsabbruch. Frei zugänglich bedeutet auch, dass dieser kostenfrei sein, in zumutbarer Nähe angeboten werden und die Entscheidung für und gegen Kind(er) unterstützt werden muss. Continue reading “PRO CHOICE IS OIS! AUFRUF ZUR DEMO GEGEN DEN 1.000 KREUZE MARSCH AM DI, 25. JULI 2017”

Teil 3 der Recherche rund um den “Marsch für die Familie”: Human Life International Österreich

Der dritte Teil unserer Recherchearbeit zum „Marsch für die Familie“ beschäftigt sich mit dem österreichischen Ableger der wohl bekanntesten christlichen Anti-Abtreibungs-Organisation Human Life International (HLI) auseinander, welche ebenfalls zu den Unterstützer*innen des Marschs zählen. Gegründet wurde HLI 1981 in den USA und setzt sich laut Homepage derzeit „in Einheit mit der katholischen Kirche“ in 80 Ländern für den „Schutz des menschlichen Lebens“ und als Verteidiger der „Rechte von Familie und Ehe“ ein. Damit kann HLI als eine der machtvollsten Pro-Life-Gruppen (1) gewertet werden.

HLI Österreich, teilweise auch unter dem Namen Ja zum Leben aktiv, wurde 1993 gegründet und stellt sich im Internet als harmlose Beratungs- und Anlaufstelle für „schwangere Frauen in Not“ dar. Auf der Homepage behauptet HLI „Schwangerenhilfe“ anzubieten u.a. über eine 24h Hotline und mittels Infos zu Schwangerschaft, Kindesentwicklung und Abtreibung. Schaut mensch sich aber die Seite ein bisschen genauer an, wird recht schnell klar, dass es sich bei HLI um einen Haufen von AbtreibungsgegnerInnen und christlichen Fundis (2) handelt. Gleich neben der scheinheiligen Behauptung, schwangeren Müttern in Not durch „reden und zuhören“ zu helfen, werden Schwangerschaftsabbrüche ganz unverblümt als „Kindestötung“ bezeichnet und als „brutal“ und „unmenschlich“ verurteilt. Auch wird die in Österreich 1973 in Kraft getretene Fristenlösung, die die Straffreiheit einer Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate gesetzlich festschreibt, als „Trauma“ bezeichnet. Bilder von blutüberströmten Zellhaufen und Embryos, die teilweise eher wie Kaulquappen ausschauen, sollen Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen wollen oder bereits durchführen haben lassen, ein schlechtes Gewissen einreden bzw. von einem solchem abbringen. Das Selbstbestimmungsrecht einer Person ist hier überhaupt kein Thema, der Körper wird zum Objekt gemacht, über den bestimmt werden darf. Das ist Patriarchat pur!
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Teil 2 der Recherche rund um den „Marsch für die Familie“: Verein Pro Vita

Als zweiten Teil unserer Recherchereihe wollen wir näher über den Verein „Pro Vita – Bewegung für Menschenrecht auf Leben“ berichten, der als Hauptorganisator des „Marsch für die Familie“ gilt. Der Verein wurde 1984 gegründet und tritt seither für das „unantastbare Lebensrecht des Kindes ab der Empfängnis“ ein. Laut Website von Pro Vita ist der Verein auch selbsternannter Organisator der „Plattform Familie“ und somit auch eine der haupttragenden Organisationen für den „Marsch für die Familie“. Auch im Impressum der Website des „Marsch für die Familie“ ist Pro Vita als verantwortlicher Medieninhaber und Herausgeber angeführt. [1]

Bundesobmann des Vereins ist der Jurist Alfons Adam, der seit Jahren als zentrale Figur der österreichischen Anti-Abtreibungs-Szene gilt. Über Adam haben wir bereits im ersten Teil unserer Recherechereihe berichtet.

Auf der Homepage des Vereins sind regelmäßig Publikationen zu finden, die von sexistischer, homophober und Anti-Abteibungs-Propaganda nur so strotzen. So schreibt Alfons Adam in der vorletzten Ausgabe der Pro Vita-Hefte (Nr. 5/2016, S.2ff): „[e]ine Gesellschaft, deren Recht das Leben ihrer wehrlosen Mitglieder nicht mehr schützt, verdient das Prädikat ‚menschlich‘ nicht mehr.“ Weiters zitiert er die Zeitschrift „Medizin & Ideologie 3/16“ in der von einer „weltweit auferzwungene[n] schwulen Ideologie“ zu lesen ist, die „für die Menschheit vielfach gefährlicher ist als alle realen oder vermeintlichen Klimabedrohungen zusammen.“ Auch die regelmäßigen Aktionen der Abtreibungsgegner*innen vor Abtreibungskliniken thematisiert Adam in dieser Ausgabe. Das öffentliche Schikanieren von Personen, die eine Abtreibung vorgenommen haben und das Verteilen von Propaganda-Material verharmlost Adam als „Gehsteigberatung“. Weiters schreibt er „[d]as „Opfer“ selbst, der Abtreiber, äußerte als Zeuge lediglich, er habe sich durch die Aktivitäten der Lebensschützer „anzipft“ gefühlt, was bei weitem nicht ausreicht, jemanden als Stalking-Opfer anzusehen. Die Gerichte haben dann, um zu einem Schuldspruch gelangen zu können, einen Sachverhalt einfach erfunden, man könnte auch sagen zusammengelogen.“ Continue reading “Teil 2 der Recherche rund um den „Marsch für die Familie“: Verein Pro Vita”

Filmabend: “Der lange Arm der Kaiserin – Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich” – Ein Dokumentarfilm von Susanne Riegler

Aufklärung ist ein Tabu.

Verhütung ist ein Tabu.

Schwangerschaftsabbruch ist ein Tabu.

Worüber wird dann überhaupt noch geredet?

Obwohl der Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft seit 1975 in Österreich unter gewissen Bedingungen straffrei ist, wird dieses Thema auch heute noch tabuisiert. Menschen die sich für eine Abtreibung entscheiden, geraten nach wie vor unter moralischen und sozialen Druck. Sie müssen – da es immer weniger Spitäler gibt, die einen Abbruch vornehmen – oft lange Anreisen auf sich nehmen und nicht wenig dafür bezahlen, während in den meisten europäischen Ländern die Kosten vollständig oder großteils von den Krankenkassen übernommen werden.

Der Film fragt: Warum ist das so? Continue reading “Filmabend: “Der lange Arm der Kaiserin – Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich” – Ein Dokumentarfilm von Susanne Riegler”

Feministische Störaktion vor der polnischen Botschaft in Wien

Als Reaktion auf die geplanten massiven Verschärfungen des Abtreibungsrechts in Polen kam es im Oktober 2016 vor der polnischen Botschaft zu einer Protestaktion. Autonome Feminist*innen brachten dabei am Zaun der Botschaft ein Transparent an, um sich mit den Befürworter*innen und Aktivist*innen des CzarnyProtest (Schwarzer Protest), die zuvor zu tausenden auf den polnischen Straßen demonstrierten, zu solidarisieren.

Ultrakonservative Abtreibungsgegner*innen brachten unter dem Titel Stop Aborcji! (Stoppt Abtreibungen) im September 2016 einen durch hunderttausende Unterschriften unterstützten Gesetzesentwurf, der de facto ein Abtreibungsverbot vorsah, ins polnische Parlament ein. Abtreibungen sollten demnach nur mehr dann legal durchführbar sein, wenn das Leben der Mutter unmittelbar in Gefahr ist. Der Gesetzesentwurf ist nicht zuletzt deshalb als völlig illegitim und absurd zu bewerten, da das polnische Abtreibungsrecht ohnehin zu einem der restriktivsten in Europas zählt. Schwangerschaftsabbrüche sind aktuell in Polen nur dann legal, wenn entweder eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der schwangeren Person oder Hinweise auf eine schwere unheilbare Erkrankung des Fötus vorliegt bzw. in Fällen von Vergewaltigung und Inzest. Des Weiteren sah der neue Gesetzesentwurf bei der Durchführung einer illegalisierten Abtreibung eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren für die*den behandelnde*n Ärztin*Arzt sowie die schwangere Person vor. Continue reading “Feministische Störaktion vor der polnischen Botschaft in Wien”