Tag: Schloß Hetzendorf

Teil 5 der Recherche rund um den „Marsch für die Familie“: Wiedenska Inicjatywa Narodowa

Die Wiedeńska Inicjatywa Narodowa (WIN, Wiener Nationale Initiative) ist ein 2014 gegründeter Verein. Ihren Vereinssitz hat die WIN in der Cothmannstraße 5-7/15, 1120 Wien. Eingetragener Obmann des Vereins ist David Staszkiewicz, stellvertretender Obmann Kamil Polak. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) stuft die Gruppe als „polnische Neofaschisten“ und antisemitisch ein. [1] Sie stehen dem Ruch Narodowy (Nationale Bewegung), Endecja sowie der Młodziesz Wszechpolska (Allponische Jugend) nahe. Weitere Verbindungen bestehen zum Klub Gazety polskiej, Polske Towarzystwo Gimnastyszne Sokoł, Prosto z Mostu sowie zum Klub Sierpien 80 (Polnisch-Österreichischer Klub für Information und Kultur, gegründet 1982 in Wien). Auch pflegt die WIN Kontakte zur österreichischen rechtsextremen Szene, wie beispielsweise der Identitären Bewegung Österreich. Die anonym betriebene neonazistische Website freies-oesterreich bezog sich ebenfalls positiv auf WIN. [2]

WIN gemeinsam mit Teilen der Identitären Bewegung (links)
auf dem „Marsz Niepodległości“ in Warschau 2016.
Auf dem rechten Banner ist ein Bild Dmowskis abgebildet.

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Teil 2 der Recherche rund um den „Marsch für die Familie“: Verein Pro Vita

Als zweiten Teil unserer Recherchereihe wollen wir näher über den Verein „Pro Vita – Bewegung für Menschenrecht auf Leben“ berichten, der als Hauptorganisator des „Marsch für die Familie“ gilt. Der Verein wurde 1984 gegründet und tritt seither für das „unantastbare Lebensrecht des Kindes ab der Empfängnis“ ein. Laut Website von Pro Vita ist der Verein auch selbsternannter Organisator der „Plattform Familie“ und somit auch eine der haupttragenden Organisationen für den „Marsch für die Familie“. Auch im Impressum der Website des „Marsch für die Familie“ ist Pro Vita als verantwortlicher Medieninhaber und Herausgeber angeführt. [1]

Bundesobmann des Vereins ist der Jurist Alfons Adam, der seit Jahren als zentrale Figur der österreichischen Anti-Abtreibungs-Szene gilt. Über Adam haben wir bereits im ersten Teil unserer Recherechereihe berichtet.

Auf der Homepage des Vereins sind regelmäßig Publikationen zu finden, die von sexistischer, homophober und Anti-Abteibungs-Propaganda nur so strotzen. So schreibt Alfons Adam in der vorletzten Ausgabe der Pro Vita-Hefte (Nr. 5/2016, S.2ff): „[e]ine Gesellschaft, deren Recht das Leben ihrer wehrlosen Mitglieder nicht mehr schützt, verdient das Prädikat ‚menschlich‘ nicht mehr.“ Weiters zitiert er die Zeitschrift „Medizin & Ideologie 3/16“ in der von einer „weltweit auferzwungene[n] schwulen Ideologie“ zu lesen ist, die „für die Menschheit vielfach gefährlicher ist als alle realen oder vermeintlichen Klimabedrohungen zusammen.“ Auch die regelmäßigen Aktionen der Abtreibungsgegner*innen vor Abtreibungskliniken thematisiert Adam in dieser Ausgabe. Das öffentliche Schikanieren von Personen, die eine Abtreibung vorgenommen haben und das Verteilen von Propaganda-Material verharmlost Adam als „Gehsteigberatung“. Weiters schreibt er „[d]as „Opfer“ selbst, der Abtreiber, äußerte als Zeuge lediglich, er habe sich durch die Aktivitäten der Lebensschützer „anzipft“ gefühlt, was bei weitem nicht ausreicht, jemanden als Stalking-Opfer anzusehen. Die Gerichte haben dann, um zu einem Schuldspruch gelangen zu können, einen Sachverhalt einfach erfunden, man könnte auch sagen zusammengelogen.“ Continue reading “Teil 2 der Recherche rund um den „Marsch für die Familie“: Verein Pro Vita”