Schlagwort: Verhütung

Teil 3 der Recherche rund um den “Marsch für die Familie”: Human Life International Österreich

Der dritte Teil unserer Recherchearbeit zum „Marsch für die Familie“ beschäftigt sich mit dem österreichischen Ableger der wohl bekanntesten christlichen Anti-Abtreibungs-Organisation Human Life International (HLI) auseinander, welche ebenfalls zu den Unterstützer*innen des Marschs zählen. Gegründet wurde HLI 1981 in den USA und setzt sich laut Homepage derzeit „in Einheit mit der katholischen Kirche“ in 80 Ländern für den „Schutz des menschlichen Lebens“ und als Verteidiger der „Rechte von Familie und Ehe“ ein. Damit kann HLI als eine der machtvollsten Pro-Life-Gruppen (1) gewertet werden.

HLI Österreich, teilweise auch unter dem Namen Ja zum Leben aktiv, wurde 1993 gegründet und stellt sich im Internet als harmlose Beratungs- und Anlaufstelle für „schwangere Frauen in Not“ dar. Auf der Homepage behauptet HLI „Schwangerenhilfe“ anzubieten u.a. über eine 24h Hotline und mittels Infos zu Schwangerschaft, Kindesentwicklung und Abtreibung. Schaut mensch sich aber die Seite ein bisschen genauer an, wird recht schnell klar, dass es sich bei HLI um einen Haufen von AbtreibungsgegnerInnen und christlichen Fundis (2) handelt. Gleich neben der scheinheiligen Behauptung, schwangeren Müttern in Not durch „reden und zuhören“ zu helfen, werden Schwangerschaftsabbrüche ganz unverblümt als „Kindestötung“ bezeichnet und als „brutal“ und „unmenschlich“ verurteilt. Auch wird die in Österreich 1973 in Kraft getretene Fristenlösung, die die Straffreiheit einer Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate gesetzlich festschreibt, als „Trauma“ bezeichnet. Bilder von blutüberströmten Zellhaufen und Embryos, die teilweise eher wie Kaulquappen ausschauen, sollen Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen wollen oder bereits durchführen haben lassen, ein schlechtes Gewissen einreden bzw. von einem solchem abbringen. Das Selbstbestimmungsrecht einer Person ist hier überhaupt kein Thema, der Körper wird zum Objekt gemacht, über den bestimmt werden darf. Das ist Patriarchat pur!
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Filmabend: “Der lange Arm der Kaiserin – Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich” – Ein Dokumentarfilm von Susanne Riegler

Aufklärung ist ein Tabu.

Verhütung ist ein Tabu.

Schwangerschaftsabbruch ist ein Tabu.

Worüber wird dann überhaupt noch geredet?

Obwohl der Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft seit 1975 in Österreich unter gewissen Bedingungen straffrei ist, wird dieses Thema auch heute noch tabuisiert. Menschen die sich für eine Abtreibung entscheiden, geraten nach wie vor unter moralischen und sozialen Druck. Sie müssen – da es immer weniger Spitäler gibt, die einen Abbruch vornehmen – oft lange Anreisen auf sich nehmen und nicht wenig dafür bezahlen, während in den meisten europäischen Ländern die Kosten vollständig oder großteils von den Krankenkassen übernommen werden.

Der Film fragt: Warum ist das so? Continue reading “Filmabend: “Der lange Arm der Kaiserin – Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich” – Ein Dokumentarfilm von Susanne Riegler”

Veranstaltung: Führung im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

WANN?
Samstag, 8.April 2017, 10:00 Uhr (Dauer: 90 Minuten)

WO?
Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, 1150 Wien

Die drei Räume im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch zeigen einen Streifzug durch die Geschichte der Verhütung von den alten Ägyptern bis zu den Methoden von morgen bei Frau und Mann, weiters die spannende Entwicklung des Schwangerschaftstests von indirekten Anzeichen wie Hahnenschrei bis zu den heutigen Teststäbchen und schließlich den modernen Schwangerschaftsabbruch unter dem Aspekt der Entwicklung von Maria Theresias Gesetzgebung bis zu heute. Fallgeschichten, Literaturzitate, Parlamentsabstimmungen und Hilfsmittel und Gerätschaften zur Verhütung, zu Schwangerschaftstests und zur Abtreibung werden im Museum ausgestellt. Mythen in der Sexualität und der Fortpflanzung werden kritisch aufgezeigt, hinterfragt und aufgelöst.

Die übergeordnete Vision des MUVS bestimmt insbesondere die Wissensvermittlung: Selbstbestimmtes Handeln im Bereich der Sexualität und Fruchtbarkeit. Die Führung wird einerseits informieren, andererseits sensibilisieren für aktuelle Entwicklungen, die das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper und das eigene Leben ausbauen oder durchsetzen, einschränken oder gänzlich abschaffen wollen. Für weitere Infos siehe muvs.org.

BARRIEREINFO
Das Museum befindet sich im 1. Stock, es ist aber ein Lift vorhanden.

KOSTEN
8€ pro Person (reguläre kostet eine Führung 12€ pro Person).
Sollte das für dich ein Hindernis darstellen, wende dich bitte an uns und wir finden eine Lösung!

Wir bitten um Anmeldung per E-Mail, damit wir die Zahl der teilnehmenden
Personen abschätzen können: fida@riseup.net

Open for all genders!
organisiert von fida